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THEMA: IM Klagenfurt 2017

IM Klagenfurt 2017 2 Jahre 1 Monat her #539

Schreib ich meinen Bericht jetzt hier rein?.....mach ich jetzt einfach mal...
Sorry vorweg, das ist jetzt etwas lang geworden…aber egal, ist ja keiner gezwungen das zu lesen ;)

02.07.2017. Klagenfurt. Wach bin ich eigentlich schon ab 2 Uhr. Kurz vor 4 Uhr stehe ich auf. Endlich darf ich wieder Kaffee trinken! Auf diesen Moment habe ich mich 10 Tage lang gefreut! Kurz vor 5 Uhr mache ich mich auf in die T1 um alles Vorzubereiten. Ich bin geradezu komplett tiefenentspannt. Beim Schwimmstart versuche ich zuerst, mich in die "First Wave" zu schummeln, aber es werden leider nur "grüne Badekappen" rein gelassen. Mist. Dann schnell zur nächsen Welle und gaaaaanz vorne reingedrängt. Ich stehe am Absperrseil. Punkt 06:50 Uhr fällt der Startschuss für die Profis. Erst die Herren, dann die Damen, dann die First Wave und dann sind endlich wir dran. Ich kann auch beim Vorlaufen zur Startlinie meine Position halten und bin so bei den ersten Athleten, die nach der First Wave ins Wasser gehen. Die ersten "Grün-Kappler" habe ich bald eingeholt. Ich muss mich durch ein Meer von Grünkapplern kämpfen und bekomme mehr als einen Magenhieb ab, sogar am Fuss hält mich kurz einer fest! Unmöglich! Aber ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen und bin schon bald im Lendkanal. Nach 59:53 steige ich aus dem Wasser. BAM! ;)
Mein Wechsel auf´s Rad klappt reibungslos und schon bin ich auf der ersten Rad-Runde und: werde im Sekundentakt überholt. Aber gut, mental kann mich das nicht mehr schocken. Bin ich gewohnt. Ich fahre einfach mein Ding und gut is. Schnell muss ich feststellen, dass ich Depp meine vordere Flasche falsch rum reingesteckt habe und nun nicht in Aero-Position trinken kann. Versorgungstechnisch habe ich – gegen Alex´Empfehlung - nur Kohlehydrat-Getränke dabei, einfach, weil ich sonst nicht gewusst hätte, wo ich mein Erstatzschlauch etc. hin tun soll und viel Geld für einen Flaschenhalter hinter dem Sattel wollte ich jetzt auch nicht mehr ausgeben. Ich trinke einfach an jeder Labe etwas Wasser und schmeiß die Flasche am Ende wieder weg, da die großen Flaschen, die sie ausgeben, eh nicht an mein Radl passen. Ansonsten habe ich drei Gels und vorsichtshalber drei Riegel dabei, die ich aber eh nicht alle brauche. Auch gut tun sie mir nicht so. Mir währen noch zwei Gels lieber gewesen als die Riegel. Aber man lernt ja nie aus. Optimierungspotential für´s die nächste Langdistanz - gell, Alex!? ;)
Die erste Rad-Runde läuft ganz gut. Leider ist es etwas kalt, aber noch erträglich. Kurz vor der Wende kann ich endlich auch mal 2-3 Männer überholen. Alles in allem fühlt sich meine Radlerei eher gemütlich an, aber irgendwie fehlt mir der Biss und ausserdem sagt mir die Kirchtum-Uhr – ich habe natürlich auch keine Uhr dabei - irgendwann, dass ich eh in meiner geplanten Zeit liege. Gut. Besser wär´ schöner, aber dieser Ironman ist ja nur ein Auftakt... Schön ist jedenfalls, dass mir eigentlich nichts weh tut! Nicht mal Genick oder unterer Rücken oder Knie!
Und schon bin ich auf der Zielgeraden zu T2. Beim Schuhe ausziehen bekomme ich einen heftigen Krampf in den Bauchmuskeln. Das hatte ich noch nie! Seltsames Gefühl. Beim Wechsel verliere ich ein bisschen Zeit, da ich mich - nach dem Schuhe anziehen - doch noch dazu entschließe die Kompressions-Stutzen anzuziehen. Aber ich denke, so erkennt mich mein Support-Team auf der Strecke vielleicht besser ;)
Kurz vor der Brücke auf den Lendkanal geht ein etwas älterer Engländer (oder so) vor mir. Im Vorbeilaufen frage ich ihn wie spät es ist. 2 O 6, sagt er. Passt. Genau im Zeitplan :) Die ersten Kilometer gehen sehr gut. Rene, Kai und Nussi kommen mir bereits entgegen. Ich muss erstmal noch raus nach Krumpendorf. Hinten in Krumpendorf zieht sich die Strecke ganz schön und die vielen Schleifen, die wir laufen müssen machen mich ganz kirre. Mein Engländer - der sich für die Lauf-Geh-Methode entschieden hat und damit immer wieder auf mich trifft - ruft mir dankenswerter Weise wieder eine Zeit zu. Noch passt alles. 6 min pro km/h, das wäre ja besser als gedacht! Aber noch bin ich nicht im Ziel. Ich nehme an jeder Labe ein Gel und trinke Wasser. Es geht zurück durch den Park, wo das ganze Support-Team an verschiedenen Punkten anfeuert - wie wohltuend! Aber auch das restliche Publikum ist spitze! Die persönlichen Anfeuerungen "Super, Nadja" von Wildfremden, tun sehr gut und so lange ich kann, versuche ich jedem ein danbkares Lächeln als Gegenleistung zu schenken (schneller Laufen, ist als Gegenleistung leider nicht drin). Auch der Weg in die Stadt ist überraschend lang :/. Aber gut. Erste Runde fast geschafft. Kurz bevor ich das Bändchen für die zweite Runde abholen kann, überholt mich Patrick, genau wo Michi steht, was ihr ein empörtes: „Alex, was trainierst du mit denen, die Laufen Arm in Arm“ entlockt und Gabi ein schönes Foto von uns beiden ermöglicht :). Ab Kilometer 23 bekomme ich schreckliche Bauchschmerzen und mir ist ko..übel. Gels kriege ich keine mehr runter. Ich versuche mich an Iso und Cola. Ein paar Kilometer lang kann ich nicht mal richtig atmen, vor Bauchschmerzen. Aber stehen oder gehen kommt nicht in Frage. Schritt für Schritt schleppe ich mich weiter. Mein Ziel, noch ins Ziel zu kommen, bevor die Kids zum Zug müssen, scheint stark gefährdet, aber mir bleibt nur das (ungute) Gefühl... mein Engländer ist nicht zu sehen...
Nochmal zurück in die Stadt...keine Uhr zu sehen, fragen will ich auch nicht, ich bin im Tunnel... Wieder aus der Stadt raus geht es einen kleinen Anstieg hoch, da geht einer vor mir. Ich haue ihm auf die Schulter und raunze, "Komm! Auf geht´s. Das bringen wir jetzt auch noch hin" und er setzt sich stöhnend in Gang und "läuft" mit mir den Anstieg hoch. Der Deutsch sprechende Holländer läuft eine Zeitlang mit mir mit, bis es ihm besser geht und er davon läuft. Und plötzlich ist da mein Engländer, der mir sagt, dass es 620 ist und noch ca 3 km ins Ziel. Ich weiß nicht genau, wann sie weg müssen, aber das kann sich doch noch ausgehen! :) Also los! Schon habe ich den Holländer wieder eingeholt und wir laufen gemeinsam bis ins Ziel. Beim einbiegen auf den Zielkanal raunzt er mir ein "Genieß´es" zu und das tute ich! Im nachhinein kann ich zwar nicht mal mehr sagen, ob da Leute waren oder nicht, aber diese paar Meter über den roten Teppich, die kleine Rampe hinauf und unter der Uhr durch, sind der Wahnsinn. Und endlich die Worte: "Nadja, you are an Ironman!"... ein junges Mädchen hängt mir meine Finisher Medaille um, ich schiebe mich mit den anderen Athleten in den Zielbereich und Patrick kommt mir schon mit einem Bier entgegen und fällt mir überglücklich um den Hals. Wir haben es tatsächlich geschafft! Am Zaun stehen meine Kids! Juhuu - Ziel erreicht! :) Just in time. Schon müssen sie los zum Zug...
Ich gehe mit Patrick ins Finisher Zelt um mein Shirt abzuholen und ein bisschen Obst zu essen. Im Zelt treffen wir Nussi, Rok und Rene. Schon schön, wenn soviele da sind, die man kennt und mit denen man dieses grandiose Erlebnis teilen kann! Kurz treffen wir uns draussen noch mit den anderen, aber mir ist recht kalt und so gehe ich erstmal duschen und mich umziehen. Mit etwas steifen Beinen (*komisch*) stackse ich zurück und wir schauen noch kurz zur Finishline-Party bevor wir erstmal etwas essen gehen. Geschlagene 90 min muss ich auf meinen Salat mit Putenbrust warten und schlafe fast am Tisch ein...bevor ich der Chefin an die Gurgel gehe, stackse ich lieber zu T1 und checke mein Rad aus. Ein kleiner Spaziergang tut sicher gut. Und dann geht es zurück an die Finsihline, bis zum letzten Finisher! Leider hat die Letzte, die in den Zielkanal einläuft, es nicht mehr geschafft. Mit 17:03 ist sie ausserhalb der Zeit und darf die ersehnten Worte nicht hören... :(
Das Feuerwerk bildet den krönenden Abschluss eines unvergesslichen Tages! I am true! I am an Ironman! :)))

Swim: 59:53 / Bike: 05:57:42 / Run: 04:38:00
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IM Klagenfurt 2017 2 Jahre 1 Monat her #540

Als ich mich vor einem Jahr für meine erste Langdistanz in Klagenfurt angemeldet habe, war der Termin sehr weit weg, der ganze Winter mit unendlichen Möglichkeiten genug zu trainieren lag vor mir und das ganze Unternehmen, Ironman Klagenfurt, wirkte durchaus bewältigbar auf mich.
Das Wintertraining verlief unspektakulär, zwei Mal eine kleine Verkühlung, ansonsten konnte ich das Training recht gut durchziehen. Es hat einmal mehr Spaß gemacht, einmal weniger, aber im Großen und Ganzen hatte ich keine Probleme und war mit viel Freude bei der Sache.
Als es auf das Frühjahr zuging wurden die Trainingseinheiten länger und intensiver. Es hat manchmal etwas gezwickt im Bein, aber ich bin verletzungsfrei geblieben und ich möchte mich an dieser Stelle auch noch einmal bei Alex bedanken, der mein Lauftraining so behutsam aufgebaut hat, dass ich tatsächlich kaum Probleme mit einem Problemfuß hatte und auch in eine gute Laufform gekommen bin.
Die ersten Wettkämpfe konnte ich ganz gut absolvieren, dann noch ein kurzes Trainingslager in Litschau und plötzlich kam die Erkenntnis, es ist bald soweit. Auf einmal stand der 2. Juli und damit der Start in Klagenfurt beim Ironman vor der Tür. Die Anspannung wuchs, die Distanzen wirkten jetzt doch recht respekteinflößend und die Zeit, ausreichend zu trainieren, war vorbei. Die Taperingphase hatte begonnen und ich konnte nichts mehr tun, außer darauf achten, dass ich jetzt gesund bleibe.
Der Wettkampftag begann recht gut. Ich hatte gut geschlafen, am Vortag gut gegessen, das Frühstück war OK, der Wetterbericht war perfekt. Richie, der mich das ganze Wochenende perfekt betreut hat, hat mich dann zum Start gebracht und er hat auch noch einige Nervosität von mir genommen. Im Startareal im Strandbad haben wir dann auch noch Alex getroffen und ein bisschen herumgeblödelt. Schließlich habe ich einen Platz in der ersten Startgruppe nach der First Wave gesucht und habe mich dort in der vorderen Hälfte eingeordnet. Die Startgruppe war für eine Zielschwimmzeit von 1:00 bis 1:10 vorgesehen, was ungefähr meinem Niveau entspricht.
Nach der ersten Welle ist es gleich losgegangen, der Rolling Start hat sehr gut funktioniert und ich bin sehr gut in meinen Schwimmrhythmus gekommen. Relativ schnell konnte ich mich an einen Schwimmer hängen, der ungefähr mein Tempo angeschlagen hatte und habe dort im Wasserschatten etwas meine Kräfte gespart. Nach der zweiten Boje hat er sich leider etwas verschwommen und ich mit ihm. Man sollte sich halt doch nie darauf verlassen, dass die Mitstreiter alles richtig machen. Ich bin einen etwas größeren Bogen Richtung Lendkanal geschwommen und habe vermutlich ca. 100 Meter Umweg gemacht. Mit einer Schwimmzeit von 1:08 bin ich aber ganz zufrieden und das entspricht auch meinen Möglichkeiten.
Der erste Wechsel hat recht gut funktioniert und dann war ich auch schon auf der Radstrecke. Ich bin gleich gut ins Fahren gekommen und habe schnell einen guten Tritt gefunden. Es war relativ viel los und man muss doch recht aufpassen, um keine Windschattenregel zu verletzen und auch um keine Unfälle zu haben. Nach einigen Kilometern war ich dann offensichtlich in einem Bereich, in dem die Athleten rund um mich im gleichen Tempo unterwegs waren wie ich, ich musste nicht mehr so viel überholen und die Fahrerei wurde gleichmäßiger und auch etwas entspannter. Ich habe dann begonnen das Radfahren zu genießen und habe Kilometer um Kilometer abgespult und mich sehr wohl gefühlt. Die Durchgangszeit nach der ersten Radrunde war dann ca. bei zweieinhalb Stunden, das war um einiges vor meinem Zeitplan und ich habe dann mein Tempo etwas reduziert, inzwischen haben sich auch die Oberschenkel und Waden schon etwas gemeldet, und die Gefahr, beim Laufen einzugehen war eigentlich immer präsent. Ich hatte doch großen Respekt vor dem abschließenden Marathon.
Nach 5:18 bin ich zum zweiten Wechsel gekommen und meine Beine haben sich eigentlich müder angefühlt, als ich das vor dem Laufen haben wollte. Auch im Kopf war ich schon etwas müde, und alles was ich nicht wollte, war Laufen gehen. Ich habe dann den Wechsel so schnell wie möglich hinter mich gebracht und geschaut, dass ich auf die Laufstrecke komme ohne viel nachzudenken.
Das hat gut funktioniert. Nach zwei Kilometern ca. habe ich einen guten Schritt gefunden und bald hat das Laufen begonnen, Spaß zu machen. Nach KM 5 habe ich die Pace kontrolliert und etwas Tempo herausgenommen und bin dann mit 5 min/km mit lockerem Schritt weitergetrabt. Jetzt haben sich die langen Läufe vom Frühjahr begonnen, wirklich auszuzahlen. Den Schritt und das Tempo hatte ich schon so verinnerlicht, dass der ganze Laufsplit wie von alleine ablief und ich konnte den Wettkampf einfach nur genießen. Jedes Mal, wenn ich bei Start/Ziel vorbeikam hat mich eine Fangruppe von Chaoten angefeuert, unterwegs auf der Strecke war Richie mit Kathie und haben mir zugejubelt, sonst ware auch noch einige Vereinskollegen auf der Strecke verteilt und haben lautstark angefeuert. Ich liebe diese Stimmung. Die Kilometer sind nur so dahingeschmolzen. Dann stand da schon die Tafel mit KM38, 39, 40, 41 . . .
Der Zieleinlauf durch das Spalier von Menschen, dann über den roten Teppich und dann bin ich unter dem Zielbogen gestanden und der Platzsprecher hat gerufen: „Martin, yor are an Ironman“. Das sind unvergessliche Momente und einfach nicht zu beschreiben. Das ganze Wintertraining, die ewig langen Einheiten auf der Walze, stundenlanges Schwimmen, das alles hat sich bezahlt gemacht und keine Minute davon war umsonst.

Endzeit: 10:09:29 :)
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